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Praxisgemeinschaft für Logopädie - A. Barasch & B. Riehl
Therapie von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen
Treffpunkt für Betroffene und Angehörige
Häßlerstr. 6 - 99096 Erfurt
Tel.: 03 61 / 6 53 86 79 - Fax: 03 61 / 6 53 86 80

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Kinder

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Sprachentwicklungsstörungen
Kindliche Sprachstörungen (SES/SEV)
 

Die Sprachentwicklungsstörung ist keine einheitliches Krankheitsbild, sondern ein Symptomenkomplex; die sprachlichen Leistungen (Sprachverständnis, Wortschatz, Lautbildung, Satzbildung) weichen von der Altersnorm ab. Da die physiologische Sprachentwicklung nicht in fest begrenzten Stufen verläuft, kann erst von einer Sprachentwicklungsstörung gesprochen werden, wenn eine sprachliche Stufe im Vergleich zur überwiegenden Mehrzahl gleichaltriger Kinder noch nicht erreicht ist. Diese Erkrankungen können auch Ausdruck einer frühkindlichen Hirnschädigung sein.

Bereits im Kindergartenalter – oder auch früher – können Kinder mit Problemen beim Spracherwerb auffallen. Dabei kann die kindliche Ausdrucksweise sehr unterschiedlich gestört sein. Diese Störungen zeigen sich wie folgt:

Störungen der Aussprache (Dyslalie):
Laute oder Lautverbindungen werden weggelassen (Blume = Lume), ersetzt (Kuh = Tuh) oder falsch gebildet (Schule = Sule).

Lispeln (Sigmatismus):
Diese Artikulationsstörung ist bei Kindern häufig festzustellen. Der „S“-Laut wird fehlerhaft gebildet (z.B. ist die Zunge zwischen den Zähnen).

Eingeschränkter Wortschatz:
Der Wortschatz ist zu klein, d.h. das Kind kann viele Dinge noch nicht altersgemäß benennen. Das Kind verwendet hinweisende Ausdrücke (z.B. „das da“) oder für unterschiedliche Begriffe (z.B. für „Keks“, „Brot“ oder „Löffel“) denselben Begriff (z.B. „Happa, Happa“). Diese Störung ist häufig in Kombination mit einer Dyslalie und Schwierigkeiten beim Erwerb der Grammatik festzustellen.

Dysgrammatismus:
Es bestehen Störungen beim Erwerb oder Gebrauch der Grammatik, also bei der Wort- und Satzbildung. Das Kind spricht im Telegrammstil; es werden Wörter oder Satzteile weggelassen (z.B. „Timo Hause“, „Mama Ball“, „Susi steht Tisch“), der Satzaufbau ist falsch (z.B. „Heute nach Hause gehe ich.“), Artikel werden verwechselt (z.B. „der Mädchen“), Verben werden nicht gebeugt (z.B. „Ich gehen.“, „Du machen.“), die Zeitformen werden nicht oder falsch benutzt (z.B. „Ich bin gegangt.“, „Ich habe gegesst.“).

Sprachverständnisstörung:
Trotz intakten Gehörs wird die Bedeutung von Wörtern und Sätzen nicht verstanden. Diese Störung fällt im Alltag oft nicht auf, weil das Kind sich am Situationszusammenhang sowie der Mimik und Gestik des Gesprächspartners orientieren.

Verläuft die Entwicklung in einem der o.g. Bereiche verzögert, spricht man von einer Sprachentwicklungsverzögerung. Die Äußerungen des Kindes müssen allerdings im Verhältnis zu seinem Alter gesehen werden. Ein 2-jähriges Kind verwendet normalerweise 2-3-Wort-Äußerungen und noch keine komplizierten Satzkonstruktionen. Gleiches gilt für die anderen Bereiche.
Eine normal ablaufende Sprachentwicklung ist auch das Ergebnis einer positiven Gesamtentwicklung (geistige, motorische Entwicklung, Entwicklung des Hörens, Sehens, Tastens usw., soziale und emotionale Entwicklung).

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